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Passivhaus und Kältezonen

clock Dezember 11, 2011 08:37 by author Bernhard Wurm

Ich wurde vor kurzem gefragt, wie man in einem Passivhaus (oder Niedrigstenergiehaus) es schafft kältere Zonen zu haben. Sinnvoll ist dies für Schlafzimmer, Kellerräume, Speis etc. Hier also die Antwort – nach meinem Wissensstand.

Irgendwo muss die Dämmhülle des Hauses laufen und diese muss geschlossen sein (auch nach oben und unten). Alles innerhalb dieser Dämmhülle ist dann in der Passivhauszone und somit ein relativ warmer Bereich. Meist ist diese Zone genau an den Außenwänden. Das muss aber nicht so sein. Auch wenn das heißt, dass mittem im Haus eine entsprechend Dicke Wand aufgezogen werden muss um einen Raum auszuschließen. Dies ist aber nicht einfach eine triviale Angelegenheit a`la Dicke Wand aufstellen und fertig. Denn da kommen noch weitere Faktoren dazu.

Wir haben beispielsweise den Keller mit in diese Passivhaushülle genommen, da dieser einmal Wohnraum werden könnte. Solange dieser es jedoch noch nicht ist, sollte dieser nicht zwanghaft mitgeheizt werden müssen bzw. aufgrund des Keller nicht das restliche Haus an Wärme an den Keller verlieren. Die isolierten Isorastwände kommen da ganz recht und der erhöhte Fußbodenaufbau im Split-Geschoss übernimmt den Rest.2011 11 27 Fußbodenheizung fertigstellen (21)

Doch wie bekomme ich nun Räume wie die Speis kühler? Nun ja eigentlich gar nicht. Nochdazu hat die Speis im Allgemeinen die Eigenschaft sich irgendwo mitten im Haus zu befinden ohne Fenster oder andere Verbindung nach außen, was bedeutet, dass dieser Raum keinerlei Wärmeabgangsflächen besitzt und somit eigentlich zu den wärmsten Räumen gehören würde. Das einzige was man hier beitragen kann ist KEINE Fußbodenheizung in diesem Raum zu verlegen. Durch die kontrollierte Wohnraumlüftung, welche eine Abluft in der Speis hat wird die vorhandene Luft abgesaugt und durch den Unterdruck vom anliegenden Wohnraum angesaugt. Das heißt es wird ohnehin wieder wärmere Luft in den Raum gesaugt und es ist temperiert.

Alleine durch die Wohnraumlüftung sieht man schon, dass die Kältezonen relativ schwierig zu erreichen sind. Die Ventile der Wohnraumlüftung ermöglichen die Regulierung des Luftzu- und Luftabstroms, aber die allgemein verwendeten Lüftungsanlagen besitzen einen Zu- und Abstrom Kanal. Es ist dadurch nicht möglich die Anlage in einzelnen Räumen voll aufzudrehen (Stufe 3) und in anderen Räumen nur minimal zu betreiben (Stufe 1).

Ähnlich ist es mit der Temperatur im Schlafzimmer und ähnliches Hier wird über die Lüftungsanlage die Luft mit eingestellten 21°C eingebracht – so wie im restlichen Haus auch. Es ist daher nur schwer möglich, dass dieser viel kühler ist als andere Räume. Natürlich lässt sich die Fußbodenheizung regeln und genau das haben wir auch vor. Mithilfe von Raumthermostat und Stellmotoren ist die Haussteuerung dafür verantwortlich, die entsprechende Temperatur im Raum zu erreichen und zu halten. Wie gut sich hier unterschiedlichste Temperaturen erreichen lassen wird sich herausstellen. Angeblich funktioniert es recht gut +/- 0,2°C Abweichung durch die Steuerung während zuvor eine Abweichung von +/- 2°C vorhanden war – allerdings beruht dieser Erfahrungsbericht auf ein Niedrigenergiehaus ohne Wohnraumlüftung.

Einfacher ist es einen kalten Keller zu machen. Die Decke muss entsprechend isoliert werden und dann wird dort auch keine Lüftung vorgesehen. Man kann sich dann auch die Fußbodenheizung ersparen usw. Wir haben für uns entschieden, dass es ein warmer Keller werden soll, der jederzeit zu einem Wohnraum umfunktioniert werden kann  - vor allem da dieser auch zur Hälfte aus der Erde ragt und normale Fenster vorhanden sind.

Möglicherweise gibt es noch andere bauliche Maßnahmen, die nicht zu mir vorgedrungen sind. Aber definitiv muss man entsprechend die kalten Zonen von dem Warmen abtrennen wodurch eine dickere Wand gebaut werden muss, was wiederum für die Kanal/Wasser/… Gebühren etc. nicht unwesentlich ist.



Wohnraumlüftung und Wasser stemmen

clock Juli 22, 2011 20:01 by author Bernhard Wurm

Nachdem der Installateur die Lüftungsführung und die Wasseranschlüsse angezeichnet hat geht es an eine berühmte, von vielen ungeliebte Arbeit: Stemmen.

Die Wohnraumlüftungsschläuche müssen in die Wände. Also heißt es in eine 12cm Dicke Wand einen Schlauch mit etwas mehr als 8cm rein bekommen. Gut, dass es eine Flex gibt, die zumindest einen Großteil in die Tiefe schafft. Dann nur mehr den Rest in der Mitte raushauen und noch etwas tiefer rein arbeiten.

2011 07 20 Lüftung Stemmen (2)

Nicht zu unterschätzen dabei ist die Staubentwicklung, die für eine sehr schlechte Sicht sorgen kann.

2011 07 20 Lüftung Stemmen (5) 2011 07 20 Lüftung Stemmen (4) 2011 07 22 Lüftung Stemmen (1)

Vor allem in kleinen Räumen, wie dem WC muss schon mal abgesetzt werden, da man buchstäblich die Hand vor den Augen nicht mehr sieht.

Während ich die Flex zum Schneiden der Schlitze sehr gut Empfehlen kann, muss ich unbedingt davor abraten, eine Flucht zum Schneiden zu suchen, wo zwei Ziegel zusammenstoßen, wie sich später beim Stemmen herausstellte. Es häufte sich hier die Lochbildung durch den Mangel an Materialzusammenhalt.

2011 07 20 Lüftung Stemmen (8) 2011 07 22 Lüftung Stemmen (13) 2011 07 23 Lüftung Stemmen (1) 2011 07 22 Lüftung Stemmen (7)

Nach etwas Zärtlichkeit mit der Wand konnten wir schließlich die Rohre entsprechend versenken. Doch die Lüftungsköpfe, so wie sich herausstellte, waren unangenehm groß. Damit dieser putz-eben versenkt werden kann muss die Wand praktisch durchschlagen werden Sad smile

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Aber Gut. Schlussendlich kann ich zusammenfassen: Die Stemmarbeiten (Eektrik folgt ja noch) waren bei weitem nicht so schlimm wie befürchtet. Lieber stemme ich, als dass ich nochmals ein Dach isoliere.



Die Kellerdecke ist da!

clock April 29, 2011 20:34 by author Bernhard Wurm

Freitag 07:30 Uhr. Die Kellerdecke wird angeliefert. Nachdem der Fahrer jedoch ohne Navigationssystem unterwegs war und ich in Richtung Hauptstraße gelaufen bin, damit er den Weg findet, habe ich mich unbeliebt gemacht als ich mit ihm mit zur Baustelle fahren wollte. Obwohl kein grober Schmutz an der Kleidung war, war die Baustelle doch deutlich zu erkennen. Naja - Sorry.

2011 04 29 Decke Keller (1)

Element für Element hängte ich am Laster an und wurde auf das Gebäude gehieft.

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Nach 30min war der Spuck vorbei und die Zeit begann zu laufen. Für 16:00 Uhr war der Beton bestellt. Auch bei guter Planung ergeben sich auf der Baustelle doch immer wieder Kleinigkeiten die korrigiert werden müssen.

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Die Armierung (=Bewährung = Eisen und Eisenmatten zur Stabilität) aufgelegt und die Elektrik, sowie die Wohnraumlüftungsschläuche mussten schnell und korrekt gelegt werden. – gar nicht so einfach! Eisen dürfen nicht abgeschnitten werden (Stabilität). Es sind ca. 15cm Platz und ein Lüftungsschlauch hat ca. 8cm Durchmesser.

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Da wir eine Home Automation Anlage installieren ist etwas mehr an Elektroinstallation notwendig. Daher ist eine ausreichende Vorbereitung notwendig.

Die Lüftungsschläuche haben wir ebenfalls gleich in die Decke einbetoniert, denn im Fußbodenaufbau müssen ja auch Abfluss, Fußbodenheizung usw. rein. Notwendige Kreuzungen sind hier ansonsten oftmals nicht möglich.

Fast pünktlich (mit 2 Stunden Verspätung) kam auch der Beton für die Decke und eine Intensiv stressige Zeit beginnt.

2011 04 29 Decke Keller (33) 2011 04 29 Decke Keller (35) 2011 04 29 Decke Keller (40)2011 04 29 Decke Keller (42)

Der Tag endete wieder mit einer gründlichen Reinigung von Material und Menschen, sowie Ausklang im Bauwagen.

2011 04 29 Decke Keller (44)

Die Decke ist drauf! Nun kann endlich wieder weiter am Haus gebaut werden…



Was gibts über mich?

Ein Buch das zwar nichts mit Hausbau zu tun hat, ich aber wärmstens empfehlen kann ist dieses Wink:

Buch Cover

Alle anderen Informationen sind auf www.raupes.net nachzulesen.

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